Andreas Gerber. „Die Mehrmengen sind schuld am Butterberg.“ Dies ist eine verbreitete Meinung zur Lage am Milchmarkt. Ist jedoch tatsächlich eine ausgedehnte Milchproduktion die Ursache für die bestehenden Butterüberschüsse im Schweizer Milchmarkt?
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Robert Finger. 50‘000 Tonnen überschüssige Kartoffeln haben die Schweizer Produzenten dieses Jahr produziert. Diese landen nun im Futtertrog oder dienen der Biogas-Produktion. Im Laden werden die Kartoffeln indes nicht billiger, weil die Überschüsse gar nicht auf den Markt gelangen.
Andreas Gerber. Die Massnahmen der BO Milch können den Milchpreis kurzfristig stabilisieren. Taugen sie auch für die Zukunft?
Robert Finger. Die Transparenz in der Schweizer Agrarpolitik ist hoch. Mit zu einfachen Regeln ist aber weder dem Landwirt, noch dem Steuerzahler oder der Umwelt wirklich gedient.
Robert Huber. Die Preise für Agrargüter sind weltweit höher als während der Nahrungsmittelkrise 2007/08. Warum interessiert das niemanden?
Irene Bösch und Michael Weber. Nicht nur die schweizerische Landwirtschaft, auch die Nahrungsmittelindustrie wird von einer weiteren Marktöffnung stark betroffen sein. Die sehr heterogene Branche steht dabei vor unterschiedlichen Herausforderungen.
Robert Huber. In einem Delhaize Shop in Brüssel ist die Biomilch 18% billiger als konventionelle Milch. Irrationale Konsumenten, schlechter Detailhandel oder clevere Bauern?
Robert Huber. Was aus einer juristischen Perspektive Sinn macht, ist aus agrarpolitischer Sicht problematisch.
Therese Haller. Die Bevölkerung, aber auch bäuerliche Kreise neigen dazu, gewisse Zusammenhänge zu ignorieren. Mit negativen Folgen für die Landwirtschaft.
Stefan Flückiger. Produkte aus der Nähe sind nicht per se umweltfreundlicher. Es könnte also kontraproduktiv sein, wenn in der konfusen Situation über nachhaltige Produktions- und Verkaufskonzepte die Nachhaltigkeitsfrage politisch mit Swissness-Wünschen und Versorgungssouveränität vermischt wird.