Robert Huber. Hinter vielen agrarpolitischen Diskussionen steckt im Kern die Frage, wie schnell der Strukturwandel in der Schweizer Landwirtschaft verlaufen soll. Die ambivalenten Auswirkungen eines schnelleren Strukturwandels führen dazu, dass sich die agrarpolitischen Akteure dazu lieber nicht äussern.
Kategorie: Wettbewerbsfähigkeit
Matteo Aepli. Das Bundesamt für Landwirtschaft sollte Rahmenbedingungen schaffen, damit Preiserhebungen auf alle Stufen der Wertschöpfungskette ausgedehnt werden können. Dadurch würde die Markttransparenz verbessert, wie das Beispiel Lammfleischmarkt zeigt.
Andreas Gerber. „Die Mehrmengen sind schuld am Butterberg.“ Dies ist eine verbreitete Meinung zur Lage am Milchmarkt. Ist jedoch tatsächlich eine ausgedehnte Milchproduktion die Ursache für die bestehenden Butterüberschüsse im Schweizer Milchmarkt?
Robert Finger. 50‘000 Tonnen überschüssige Kartoffeln haben die Schweizer Produzenten dieses Jahr produziert. Diese landen nun im Futtertrog oder dienen der Biogas-Produktion. Im Laden werden die Kartoffeln indes nicht billiger, weil die Überschüsse gar nicht auf den Markt gelangen.
Andreas Gerber. Die Massnahmen der BO Milch können den Milchpreis kurzfristig stabilisieren. Taugen sie auch für die Zukunft?
Irene Bösch und Michael Weber. Nicht nur die schweizerische Landwirtschaft, auch die Nahrungsmittelindustrie wird von einer weiteren Marktöffnung stark betroffen sein. Die sehr heterogene Branche steht dabei vor unterschiedlichen Herausforderungen.
Robert Huber. In einem Delhaize Shop in Brüssel ist die Biomilch 18% billiger als konventionelle Milch. Irrationale Konsumenten, schlechter Detailhandel oder clevere Bauern?
Robert Huber. Die entscheidende Frage für eine produzierende Landwirtschaft ist nicht FHAL oder nicht. Viel wichtiger ist, wie die Landwirtschaft in der Zukunft ihre Marktanteile halten kann.