Bewertung der Vermeidungskosten von Stickstoffüberschüssen für die Schweizer Milchviehbetriebe

Phatima Mamardashvili. Die Verbesserung der Umweltleistungen der Landwirtschaftsbetriebe ist weiterhin eine wichtige Komponente der Agrarpolitikmassnahmen (AP 14-17) der Schweiz. Die Ziele beinhalten unter anderem eine weitere Verminderung der landwirtschaftlichen Stickstoffüberschüssen der Betriebe.

In einem in Agricultural and Resource Economics veröffentlichten Artikel haben wir die Umwelteffizienz der Schweizer Milchviehbetriebe in der Bergregion analysiert und die Opportunitätskosten der Betriebe für die Reduktion der Stickstoffüberschüsse bewertet.

Die Produktionstechnologie der Betriebe wurde mit einer hyperbolischen Distanzfunktion modelliert. Diese Funktion erlaubt eine Modellierung der Technologie, in welcher gleichzeitig die erwünschten Betriebsleistungen (herkömmliche Betriebsoutputs) erweitert und die Nebenprodukte der landwirtschaftlichen Produktion (wie Stickstoffemissionen) reduziert werden. Im Gegensatz zu üblicher Effizienzmessung bewertet diese Modellierung die Effizienz der Betriebe unter Berücksichtigung ihrer Umweltleistungen. Darüber hinaus ermöglicht diese Modellierung die Darstellung des technischen Zusammenhangs zwischen den Stickstoffemissionen und des erwünschten Betriebsleistungen (z. B. Milchoutput) und die Schätzung der Vermeidungskosten der Stickstoffverschmutzung der Betriebe.

Die Analysen basieren auf den Daten der Zentralen Auswertung der Buchhaltungsbetriebe in der Schweiz. Wir verwendeten Querschnittsdaten aus dem Jahr 2010 für Schweizer Milchbetriebe in der Bergregion. Die Umweltschäden, die mit Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft verbunden sind wurden in dieser Analyse mit den Stickstoffüberschüssen der Betriebe dargestellt.

Die Resultate zeigen eine hohe Effizienz (ein Durchschnittswert von 0.94) und somit eine gute Anpassung der Schweizer Milchbetriebe an die natürlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die Effizienzwerte schwanken jedoch zwischen 0.48 und 1.00, was auf Verbesserungspotential für einige Betriebe hinweist.

Bezüglich der Vermeidungskosten der Stickstoffemissionen, zeigen die Analysen mittlere Kosten von 28 Franken pro kg Stickstoffüberschuss auf Schweizer Milchviehbetrieben in der Bergregion. Die Vermeidungskosten waren bei Biobetrieben etwas höher, was in den restriktiveren Vorschriften im Biolandbau begründet liegen könnte.

Die geschätzten Vermeidungskosten könnten für die Formulierung von Politikmassnahmen zur Reduktion der Stickstoffüberschüsse auf die Schweizer Milchbetriebe verwendet werden. Die hohe Variabilität bei den Verminderungskosten der Stickstoffverschmutzung zwischen einzelnen Betrieben zeigen, dass marktbasierte politische Instrumente, wie zum Beispiel Stickstoffsteuern, optimal sind. Zugleich zeigt die Multiplizierung der mittleren Verminderungskosten (28 Franken) mit dem mittleren Stickstoffüberschuss der Betriebe (1,180 kg), dass Vermeidungskosten für einen Durchschnittsbetrieb ungefähr 33,000 Franken betragen. Betriebliche Kosten in dieser Höhe deuten auf politische Widerstände bei der Umsetzung einer effektiven Stickstoffsteuer für Schweizer Milchviehbetriebe hin.

 

Mamardashvili, P., Emvalomatis, G. and Jan, P. (2016). Environmental performance and shadow value of polluting on Swiss dairy farms. Journal of Agricultural and Resource Economics 41(2), 225-246.

http://www.waeaonline.org/UserFiles/file/JAREMay20164Mamardashvili225-246.pdf

 

Phatima Mamardashvili, Dr. Sc., ETH Zurich is an assistant professor at ISET and also serves as the Head of the Agricultural Policy Research Center (APRC) at the ISET Policy Institute (ISET PI). Her research and teaching interests include Agricultural Economics, Environmental Economics, and Econometrics. Phatima received her Dr.Sc. degree from ETH Zurich for the dissertation entitled Measuring economic and environmental performance of Swiss dairy farms using stochastic frontier analysis; (2013). She earned her Bachelor’s degree in Agriculture from the Georgian State Agricultural University (2005) and her M.Sc. degree in Agricultural Sciences with a major in Food and Resource Economics from ETH Zurich (2009). She also received the Advanced Studies Diploma in Applied Statistics from the Department of Mathematics of ETH Zurich (2013). Before joining ISET in July 2014, Phatima was a postdoctoral researcher at the Agricultural Economics Group at ETH Zurich. Prior to starting her doctoral studies, she also worked at the Swiss Center for Agricultural Extension and Rural Development.

http://iset-pi.ge/index.php/en/?option=com_content&view=article&layout=edit&id=583

 

 

 

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