Die Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA) zeichnet jährlich Master- oder Bachelorarbeiten im Themenbereich der Gesellschaft mit dem SGA-Nachwuchspreis aus.
Die Preisträgerin und Preisträger des SGA-Nachwuchspreises 2026 sind:
Erster Preis (geteilt): Viviane Buser (ETH Zürich), für ihre Masterarbeit ‘Beyond Targets: Assessing the Real-World Impact of Europe’s Climate Policies in Agriculture?’
Erster Preis (geteilt): Jakob Burkhardt (ETH Zürich), für seine Masterarbeit ‘Impact of extreme weather events on crop production in Swiss agriculture’
Dritter Preis: Maxence Rössler (Universität St. Gallen), für seine Masterarbeit ‘Urban Agriculture and Biodiversity: A Land-Use Suitability Study of Municipalities in the Geneva Agglomeration’
Wir gratulieren der Preisträgerin und den Preisträgern im Namen der gesamten SGA ganz herzlich!
In ihrer Masterarbeit hat Viviane Buser die Wirksamkeit von Klimapolitiken zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft der EU untersucht. Anstatt einzelne Massnahmen isoliert zu betrachten, analysierte sie die Wirkung von Politikpaketen (Policy Mixes), also Kombinationen verschiedener Instrumente wie Förderungen, Vorschriften und Klimastrategien. Mithilfe statistischer Methoden wurden deutliche Emissionsrückgänge in mehreren EU-Ländern in den letzten 20 Jahren identifiziert und mit konkreten politischen Massnahmen verknüpft. Insgesamt fand Viviane Buser zehn erfolgreiche Politikmassnahmen in sieben EU-Staaten, die die landwirtschaftlichen Emissionen um 5 bis 24 Prozent senkten. Die Ergebnisse zeigen, dass Massnahmen zur Verringerung von Lachgasemissionen (vor allem durch ein besseres Düngemanagement) besonders wirksam sind, während die Reduktion von Methanemissionen weiterhin eine grosse Herausforderung darstellt.
Jakob Burkhardt hat in seiner Masterarbeit untersucht, wie sich Dürren, Starkniederschläge und Hitzewellen auf die Erträge von Weizen, Gerste, Raps und Körnermais in den verschiedenen Landwirtschaftsregionen der Schweiz auswirken. Mithilfe von Betriebsdaten der zentralen Auswertung aus den Jahren 2003 bis 2023 und hochaufgelösten Wetterdaten wurden die Ertragsverluste sowie die daraus resultierenden wirtschaftlichen Schäden für Gemeinden und die Schweiz insgesamt geschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Dürren der wichtigste wetterbedingte Risikofaktor sind, Starkniederschläge jedoch ebenfalls relevant sind.
In seiner Masterarbeit hat Maxence Rössler untersucht, wie die Raumplanung in städtischen Gebieten zur Förderung der Biodiversität und zur Sicherung landwirtschaftlicher Flächen beitragen kann. Dazu bewertete er mithilfe eines GIS-basierten Modells unbebaute Flächen in fünf Gemeinden der Genfer Agglomeration und stufte sie für unterschiedliche zukünftige Nutzungen ein. Dabei berücksichtigte er ökologische und räumliche Kriterien wie Bodenbedeckung, Landschaftszerschneidung, Nähe zu Wohngebieten und Verdunstungspotenzial. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere urbane Landwirtschaft, Gemeinschaftsgärten und naturnahe Grünflächen das Potenzial haben, die Biodiversität und die multifunktionale Landnutzung in Städten zu stärken. Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass eine gezielte Eignungsanalyse eine wichtige Grundlage für eine nachhaltigere, biodiversitätsfreundlichere und flächeneffizientere Stadtentwicklung darstellt.
Zusammenfassungen der prämierten Arbeiten werden im Jahrbuch «Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie – Economie et Sociologie Rurales» im Herbst dieses Jahres online veröffentlicht https://www.sse-sga.ch/sse-sga/publikationen/jahrbuch. Die prämierten Arbeiten wurden teilweise an der 54. Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie am 7.- 8. Mai 2026 in Zollikofen vorgestellt.
Die Bewertung der Arbeiten fand durch eine vierköpfige wissenschaftliche Jury statt. Neben zwei Mitgliedern des SGA-Vorstands (Dr. Nadja El Benni, Agroscope, und Dr. Jürn Sanders, FiBL) waren Dr. Sandra Contzen (Berner Fachhochschule) und Dr. Alexander Gocht (Thünen Institut) Teil der Jury. Neben der wissenschaftlichen Qualität fliessen die Originalität, die Relevanz und die Präsentation in die Bewertung ein.
Die Nachwuchsförderungen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist ein zentrales Anliegen der Schweizerischen Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA). Weitere Informationen zum SGA-Nachwuchspreis sowie zu diesjährigen Preisträgerinnen finden sich im nachfolgenden Link: https://www.sse-sga.ch/sse-sga/nachwuchsfoerderung/sga-nachwuchspreis/.
Die Deadline für Nominierungen ist jeweils der 15. Januar. Kontakt: Robert Finger (Vorstandsmitglied der SGA): rofinger@ethz.ch