Nachwuchspreis der Schweizerischen Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie 2024

Robert Finger*

Die Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA) zeichnet jährlich ausgezeichnete Master- oder Bachelorarbeit im Themenbereich der Gesellschaft mit dem SGA-Nachwuchspreis aus. Die diesjährig prämierten Arbeiten untersuchen die Akzeptanz von Massnahmen für nachhaltige Ernährungspolitik, Einsatz von Precision Farming im Weizenanbau und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln von Schweizer ApfelproduzentInnen.

Den 1. SGA-Nachwuchspreis verleiht die wissenschaftliche Jury an Andreia Arbenz, die die Akzeptanz von Massnahmen für nachhaltige Ernährungspolitik durch VerbraucherInnen untersuchte.

Andreia Arbenz schrieb ihre Masterarbeit im Rahmen des Studiengangs der Agrarwissenschaften der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit Agroscope. In ihrer Arbeit untersuchte sie die Akzeptanz von Massnahmen für nachhaltige Ernährungspolitik durch VerbraucherInnen und analysierte die Faktoren, die die Akzeptanz beeinflussen. Es wurden 435 Schweizerinnen und Schweizer befragt. Die Arbeit zeigt, dass weniger intrusive Massnahmen wie informationsbasierte Ansätze und Nudges stärker akzeptiert werden als intrusive Massnahmen wie zum Beispiel Steuern um den Konsum zu verändern. Personen mit hohem Gesundheitsbewusstsein, Umweltwissen und pro-ökologische Werten akzeptieren Massnahmen eher.

Der 2. SGA-Nachwuchspreis ging an Viviane Fahrni, die den Einsatz von Precision Farming zur besseren Herbizidanwendung im Schweizer Weizenanbau untersuchte.

Viviane Fahrni schrieb ihre Masterarbeit im Rahmen des Studiengangs der Agrarwissenschaften der ETH Zürich. In Ihrer Arbeit entwickelte sie ein bio-ökonomisches Modell, um den möglichen Einsatz von Precision Farming zur besseren Herbizidanwendung im Schweizer Weizenanbau und dessen Auswirkungen zu simulieren. Die Ergebnisse zeigen, dass durch den Einsatz hochauflösender Sensortechnologien zur Erkennung von Unkräutern Herbizideinsparungen von bis zu 50 % möglich sind, ohne signifikante Einbussen bei Ertrag und Deckungsbeiträgen. Jedoch sind neue Technologien mit hohen Investitionskosten verbunden und daher oft noch nicht rentabel.   

Der 3. SGA-Nachwuchspreis ging an Julie Derron, die die Wahrnehmung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln von Schweizer ApfelproduzentInnen untersuchte .

Julie Derron schrieb ihre Masterarbeit im Rahmen des Studiengangs der Lebensmittelwissenschaften der ETH Zürich. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie, wie Risikopräferenzen und Wahrnehmungen von Schweizer ApfelproduzentInnen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beeinflussen. Dazu wurden Umfragedaten von 188 ApfelproduzentInnen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass ApfelproduzentInnen am häufigsten eine Kombination von chemisch-synthetischen und alternativen Strategien (z.B. Nützlinge und Verwirrungstechnologien) nutzen. Schweizer Apfelbauern sind im Durchschnitt risikoscheu, jedoch sind Risikopräferenzen bereichsspezifisch. Produktionsergebnisse spielen eine dominierende Rolle bei der Entscheidungsfindung, wobei eine positive Einschätzung der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Produktivität die Bereitschaft, alternative Methoden zu nutzen, verringert.

Zwei PreisträgerInnen des SGA-Nachwuchspreis 2024: Viviane Fahrni und Andreia Arbenz. Foto: Robert Finger

Die Bewertung der Arbeiten fand durch eine fünfköpfige wissenschaftliche Jury aus dem In- und Ausland statt. Neben der wissenschaftlichen Qualität fliessen die Originalität, die Relevanz und die Präsentation in die Bewertung ein. Die Preisträgerinnen konnten Ihre Arbeiten an der 52sten SGA Tagung am 12.Juni 2024 am FiBL in Frick vorstellen. Die Nachwuchsförderungen von jungen Wissenschaftler*innen ist ein zentrales Anliegen der Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA). Weitere Informationen zum SGA-Nachwuchspreis finden sich hier: https://www.sse-sga.ch/sse-sga/nachwuchsfoerderung/sga-nachwuchspreis/

Preisträgerinnen SGA-Nachwuchspreis 2024:

1. Preis. Andreia Arbenz. Consumer acceptance of policy instruments to increase sustainability in food consumption. Agroscope & ETH Zürich, Master Thesis.

2. Preis Viviane Fahrni. The Economics and Policy of Variable Rate Technologies for Sustainable Weed Management in Swiss Wheat Production. ETH Zürich Master Thesis.

 3. Preis. Julie Derron. Swiss apple farmers’ risk preferences, perceptions and pest management strategies ETH Zürich, Master Thesis. 

*Kontakt SGA-Nachwuchspreis:

Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (office@sse-sga.ch)

Robert Finger, ETH Zürich (rofinger@ethz.ch)

https://www.sse-sga.ch/sse-sga/

——————————————————————————————————————–

Die Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie SGA bietet eine Plattform für den Austausch und den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Bildung und Beratung zu aktuellen Herausforderungen des Agrar- und Ernährungssystems aus agrarökonomischer und agrarsoziologischer Perspektive. https://www.sse-sga.ch/sse-sga/

Hinterlasse einen Kommentar

About Robert Finger

I am professor of Agricultural Economics and Policy at ETH Zurich. Group Website: www.aecp.ethz.ch. Private Website: https://sites.google.com/view/fingerrobert/home