Die Exportsubventionen kosten nicht nur den Bund etwas

Christian Flury. Die nun auch vom Ständerat befürworteten Exportsubventionen für Vieh werden nicht nur den Bund 4 Mio. Fr. kosten. Vielmehr sind auch die inländischen Käufer von Zucht- und Nutzvieh über steigende Preise betroffen.

Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat der Wiedereinführung der Exportsubventionen für Vieh zugestimmt. Mit den 4 Mio. Fr. Ausfuhrbeihilfen sollen die bescheidenen Einkommen der bäuerlichen Bergbevölkerung gestützt werden.

Der Ständerat hat bei der Behandlung der Motion „Erhalt des Viehexportes aus der Schweiz“ zwar festgestellt, dass mit dem Geschäft weder ein ordnungspolitischer noch ein aussenwirtschaftspolitischer Schönheitspreis zu gewinnen ist – dennoch hat eine Mehrheit den Ausfuhrbeihilfen zugestimmt. Ein Blick ins Lehrbuch hätte den einen oder anderen Parlamentarier vielleicht stutzig gemacht: Die Exportsubventionierung erhöht den Marktpreis im Inland, senkt den Marktpreis im Ausland, die Kosten tragen der Staat und die inländischen Nachfrager. Die inländischen Nachfrager sind in diesem Fall primär die Milchbetriebe im Talgebiet, welche die in der Debatte angeführten „gewaltigen Auswirkungen auf das gesamte Preisniveau“ zu spüren bekommen.

Höhere Preise für Zuchttiere bedeutet höhere Milchproduktionskosten, was im Umfeld tiefer Milchpreise kaum im Interesse der Milchwirtschaft ist. Gleichzeitig erhöhen steigende Preise für Zuchttiere den Anreiz für die Talbetriebe, Tiere selber aufzuziehen. Der dank der Exportsubventionen steigenden Nachfrage im Ausland steht folglich ein Rückgang der Nachfrage im Inland gegenüber. Letzteres ist aber kaum im Sinne der Berglandwirtschaft.

Christian Flury ist Mitinhaber der Flury&Giuliani GmbH

Ein Gedanke zu „Die Exportsubventionen kosten nicht nur den Bund etwas

  1. National- und Ständerat sind zwar auf die Vorlage eingetreten, die Wiedereinführung der Exportbeiträge für Zuchtvieh wurde indes formell noch nicht beschlossen. Die Medienmitteilungen diverser Blätter waren diesbezüglich nicht ganz korrekt.

    Simon Hasler, Bundesamt für Landwirtschaft

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