Die Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA) zeichnet jährlich Master- oder Bachelorarbeiten im Themenbereich der Gesellschaft mit dem SGA-Nachwuchspreis aus.
Die Preisträgerinnen des SGA Nachwuchspreis 2025 sind:
Erster Preis: Evelyne Bücheler (ETH Zürich), für ihre Masterarbeit ‘Decoupling or delusion: Can Europe’s agricultural production grow while its greenhouse gas emissions shrink?’
Zweiter Preis: Louisa Wyss (ETH Zürich), für ihre Masterarbeit ‘Understanding Farmer’s Willingness to Participate in a Landscape-Level Biodiversity Scheme’
Dritter Preis: Pinja Pöytäniemi (TU München und FiBL), für ihre Masterarbeit ‘Leverage Points for Biodiversity Promotion in the Swiss Agricultural System identified with Participatory Causal Loop Diagrams’
In ihrer Masterarbeit hat Evelyne Bücheler untersucht, ob eine Reduktion der Treibhausgasemissionen und eine Ausweitung der Produktion Hand in Hand gehen können. Dazu analysierte sie, ob es in 241 EU-Regionen (NUTS 2) zwischen 2000 und 2021 eine Entkopplung von Emissionen und Produktionswachstum gab. Dabei zeigte sich, dass 46 % der Regionen im Vergleich zu 2000 eine Entkopplung erreicht haben. Die grössten Unterschiede liegen dabei auf regionaler Ebene innerhalb der Länder. Einflussfaktoren für das Auftreten einer Entkopplung sind beispielsweise die Anzahl an Nutztieren und der Anteil ökologischer Landwirtschaft in den Regionen Europas.
Louisa Wyss hat in ihrer Masterarbeit untersucht, ob kollektive Agrarumweltmassnahmen als Ansatz zur Förderung von Biodiversität in der Landwirtschaft genutzt werden können. Dazu hat sie die Präferenzen von Schweizer Landwirt:innen für ein solches Biodiversitätsprogramm anhand eines Choice-Experiments mit den Merkmalen Gruppengrösse, Beitragshöhe, Monitoring und Entscheidungsfreiheit untersucht. Das Choice Experiment wurde im Januar 2024 im Schweizer Kanton Graubünden mit 206 teilnehmenden Landwirt:innen als Umfrage durchgeführt und mittels Latent-Class-Analyse ausgewertet. Die Landwirt:innen bevorzugen tendenziell kleine Gruppen, hohe Zahlungen, persönliches Monitoring und kantonale Entscheidungsbefugnis. Aufgrund der unterschiedlichen Präferenzen wird ein flexibles Massnahmendesign empfohlen, das Wahlmöglichkeiten bei Monitoring und Entscheidungsstruktur zulässt.
In ihrer Masterarbeit untersuchte Pinja Pöytäniemi mithilfe des Deep-Leverage-Point-Ansatzes Wege zu einer biodiversitätsfreundlichen Landwirtschaft in der Schweiz. Mithilfe von Kausalschleifen-Diagrammen wurden die Perspektiven von Landwirten, Beratern, Behörden und NGOs integriert, um Hindernisse und Ansatzpunkte für eine verbesserte ökologische Qualität landwirtschaftlicher Flächen zu identifizieren. Als zentrale Barrieren wurden ökonomische Zwänge, starre Regulierungen und gesellschaftliche Polarisierung ausgemacht, welche die Zusammenarbeit erschweren und die Motivation der Landwirte untergraben. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen die Beteiligten unter anderem flexible Vergütungssysteme, stärkere institutionelle Unterstützung sowie partizipative Entscheidungsprozesse, die auf verschiedenen Ebenen des Systems ansetzen.
Die Bewertung der Arbeiten fand durch eine vierköpfige wissenschaftliche Jury statt. Neben zwei Mitgliedern des SGA-Vorstands (Dr. Nadja El Benni, Agroscope, und Dr. Jürn Sanders, FiBL) waren Dr. Sandra Contzen (Berner Fachhochschule) und Dr. Alexander Gocht (Thünen Institut) Teil der Jury. Neben der wissenschaftlichen Qualität fliessen auch die Originalität, die Relevanz und die Präsentation in die Bewertung ein.
Die Nachwuchsförderungen von jungen Wissenschaftler*innen ist ein zentrales Anliegen der Schweizerischen Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA). Weitere Informationen zum SGA-Nachwuchspreis sowie zu diesjährigen Preisträgerinnen finden sich im nachfolgenden Link: https://www.sse-sga.ch/sse-sga/nachwuchsfoerderung/sga-nachwuchspreis/.
Die Deadline für Nominierungen ist jeweils der 15. Januar. Kontakt: Robert Finger (Vorstandsmitglied der SGA): rofinger@ethz.ch
Louisa Wyss (links) und Evelyne Bücheler an der Preisverleihung im Rahmen der SGA Tagung am 09.05.2025 in Bern.

Ich wüde gerne die Arbeiten, wennsie schon prämiert werden, nachlesen. bite verlinken und melden
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Vielen Dank für den Hinweis, das machen wir natürlich. SGA-Mitglieder erhalten das SGA-Jahrbuch mit den entsprechenden Informationen bald. Diese sind dann auch gegen Ende des Jahres online verfügbar: https://www.sse-sga.ch/sse-sga/publikationen/jahrbuch.
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